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  Bielefeld 21.07.13
 

21.07.2013 Bielefeld Grasbahn EM-Finale




Was haben wir auf diesen Tag hin gefiebert, hatten wir doch noch die Tickets vom letzten Jahr, als das EM-Semi wegen des starken Regens abgesagt werden musste. Damals wurde uns bereits mitgeteilt, dass die Karten ihre Gültigkeit behalten sollten für eines der nächsten Rennen in Bielefeld. Dass es nun sogar das Finale wurde, war umso erfreulicher. Und…sogar den Aufpreis von 3.-€ erließ man uns.
Hut ab, sehr kulant, liebe Bahnsport Freunde aus Bielefeld.
 

Also Ausrüstung gecheckt, den So-da-Minister eingeladen und auf gings. Ohne Stau kamen wir in der Bruthölle Bielefeld an. Wir wollten unbedingt in der Zielkurve in der Nähe des Fahrerlagers sitzen…eine gaaaanz tolle Idee, wie sich im Verlauf des Rennens herausstellen sollte. Alleine waren wir aber nicht…Der Sander-Erlebnisreisen-Bus entleerte seine Fahrgäste diesmal auch bei uns.Die Shortys mit Opa Peter, Mama Katt, Schwester Katt, Neffen Katt, also die ganze Familie war da…perfekt!
 

Schweißgebadet nach der Installation des Fan-Banners, musste erst mal der Durst gelöscht werden. Die erste Kaltschale verdampfte irgendwie ohne die Zunge auch nur ansatzweise berührt zu haben.
 

Mit Sonnenschutzfaktor 30 bewaffnet, sollte es losgehen.

Kurz beim Kater in die Box geschaut, Daumen nach oben, geht klar soweit…Mission Titel Nr. 4.
 


Irritationen kamen kurz auf, als man den Rennbeginn nach der Fahrervorstellung ca. 30 Minuten nach hinten verlegen musste. Man glaubt es kaum, bei mehr als 30 Grad war die Bahn zu nass!!!!???? Was war passiert? Beim vorsorglichen Bewässern der Bahn, hatte man es zu gut gemeint, so dass die auf dem Lehmboden aufgebaute Bahn das Wasser nicht aufnahm. Klingt komisch, war aber nun mal so.

Aber dann ging es los…
 


Es wurde ein EM-Finale, wie es spannender nicht sein kann. Dramatik bis zum letzten Lauf. Wahnsinns-Überholvorgänge, auch in der Anzahl selten gesehen, machten echt Spaß. Und sogar der Speedway-Kupplungs-Professor, der zuerst fett genervt war, blieb dann doch bis zum Ende. Weil die Rennen einfach genial waren.
 

Und dann das erste Rennen…Der Sonnenschutzfaktor wurde sofort um einiges erhöht, denn die Staubentwicklung war doch immens. Und…wir standen natürlich genau in der Windrichtung. Die Sonnencreme erwies sich als Superkleber für den Staub und legte sich auf alles. Wer „das Maul nicht halten konnte“, knirschte sofort mit den Zähnen. Egal, Dreck gehört dazu.
 

Verwundert waren wir ein wenig über diejenigen, die sich beim Veranstalter darüber beschweren wollten. Gehört das nicht mit dazu? Wir fanden das später schon irgendwie lustig. Den Fahrern schien es die Sicht nicht unbedingt zu verschlechtern. Der Wind war so stark, dass jede Runde mit freier Sicht gefahren werden konnte. Mehr hätte es aber auch nicht sein dürfen.
 

Es lief gut an, und es sollte packende Rennen geben mit super schnellen Zeiten. Der wohl von vielen als Favorit gehandelte Jannick de Jong gab mächtig Gas. So fuhr er nach zunächst nicht so guten Starts wie ein Irrwisch teilweise von Platz 4 auf 1. Und er legte trotz Überholmanöver noch eine der schnellsten Zeiten hin. Unglaublich. Schnell war klar, ihn musste man schlagen. Und das schaffte heute nur Pepe Franc. Jannick hatte irgendwie den Tiger im Tank, so wie er durch die Startkurve schoss und Schwung holte, Wahnsinn.
 

Für unseren Kater lief es gut an mit einem Laufsieg. Danach ein kleiner Durchhänger, ein 2. Platz und im letzten Vorlauf noch mal ne Wahnsinnszeit hingelegt und direkt fürs A-Finale qualifiziert. Soweit so gut.

Ebenfalls direkt qualifizierten sich Richie Speiser und Jörg Tebbe.
 

Den Umweg über das B-Finale nahmen Ricky Janoschka und Dirk Fabriek. Fabriek, der Dieter Hoeneß der Grasbahnfahrer (wer erinnert sich noch an den Turbanträger, der sogar noch ein Kopfballtor erzielte) oder der Chingachgook der Zweiradartisten. Warum? In seinem ersten Lauf hatte er einen Stein gegen seinen Helm bekommen, der ihn so unglücklich traf, dass er eine Platzwunde an der Stirn davon trug. Aber ein Indianer kennt keinen Schmerz…Verband rum, McGyver-Tape darüber, Helm?...passt noch und weiter…und wie! Das sind echt harte Jungs.
 

Die Leistung von Ricky Janoschka ist hier mal sehr erwähnenswert. Echt super, was er uns bot. Wohl einer der Fahrer mit eher weniger Rennauftritten derzeit zeigte es der Konkurrenz, was es heißt, schnell ums Oval zu kommen. So stach er Matten Kröger, Pepe Franc und David Howe im B-Finale aus. Sensationell, da hatte Egon wohl richtig Spaß heute, hatte sein Nr.1-Fahrer doch auf die Grasbahn-EM verzichtet.

Ricky, Hut ab!!! Das macht Spaß!
 


Matten konnte nach einem Superstart leider seine Führung nicht bis ins Ziel retten. Schade, der große Titel wurde ihm wieder verwehrt.
 


Somit waren 4 von 5 (!) deutschen Fahrern im A-Finale. Sie traten an gegen die 2 Niederländer.
 

Heute war es leider wie so oft, dass die Startplätze nicht eben gleich waren. So war es wenig verwunderlich, dass Jannick von ganz außen startete. Katti bekam nicht den grünen Startplatz sondern den gelben. Von hier hatte nur Pepe Franc das aller erste Rennen gewonnen. Nun gut, das wäre doch was, den Tag von gelb mit einem Sieg beginnen und wieder zu beenden!? Auf gings in ein packendes Finale, was aber von dem Kampf um Platz 2 lebte. Vorne entschwand Jannick wie erwartet bereits in der Startkurve und ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Dahinter gab es das Duell zwischen Dirk Fabriek und Katti. Und Richie Speiser war auch dran. Zunächst Fabiek vorne, dann ging Katti vorbei, nur eine Runde später war Dirk wieder an Katti vorbei.
Noch eine Runde…So wie man Katti kennt, gab er nicht auf, hatte er doch Jannick den Titel gegönnt, wollte aber dann auf der 2 neben ihm stehen. Leider misslang der letzte Versuch in der Zielkurve, den sicheren dritten Platz vor Augen. So kam er ein wenig zu weit nach außen, rutschte weg und konnte dann seine Maschine nicht mehr halten. Was für eine Schrecksekunde! Gott sei Dank, stand er wieder auf. Maschine krumm, Katti heil, puh!
 

Lachender Dritter war Richie Speiser, der nun durchschlüpfte und sich noch die Bronzemedaille abholte.

Unser Glückwunsch und Respekt geht an die drei Gewinner.
 

Der Vollständigkeit halber erwähnt, belegten Jörg Tebbe und Ricky Janoschka die Plätze 4 und 5.
 

Wer Katti nach Rennende in der Box sah, merkte wohl auch, dass sein rechter Ellenbogen, der ja seit dem Sturz in Marmande herumzickt, scheinbar heute einfach nicht mehr zuließ. Da sieht man wieder, dass man so einen Titel nur holen kann, wenn auch der Körper auf der Höhe ist. Der Geist war es, das haben wir gesehen. Er hat alles gegeben, es reichte am Ende nicht.

Großes Kämpferherz!
 


War ja auch nicht der „Grün-ist-vorne“ Startplatz!!!! …grins
 



Die Berichte des Beiprogramms fallen ein wenig kürzer aus.
 

Die Gespanne boten wieder Seitenwagenkunst vom aller feinsten. Tommy Kunert war das Maß aller Dinge. Da bissen sich William Matthijssen und Stefan Brandhofer die Zähne aus. Wie eh und je bis zum Körperkontakt wurde wieder alles geboten. Geile Typen…
 

Bei dem Junioren-Paar Rennen gewannen ebenfalls die niederländischen Youngster vor den Briten und Franzosen. Unsere Jungs schlugen sich tapfer und wurden vierter.
 

Die Crosser-Rennen sind an mir vorbei gegangen…und ganz ehrlich…reizen die mich auf einem Rundkurs absolut gar nicht. Sei es drum, wer es mag, hatte bestimmt seinen Spaß.
 


Sorry, bei den nächsten Veranstaltungen gehe ich auch wieder mehr auf diese Klassen ein.
 



Was bleibt von dem Tag?
 

Bielefeld war eine Reise wert. Absolute Spitzenklasse am Start. Sensationelles Wetter. Eine sauschnelle Bahn. 10 Pfund Sand verzehrt. Der Teppichklopfer entstaubte unsere Klamotten.
 
 

Das hat Spaß gebracht!
 


Und in zwei Jahren wird Katti spätestens wieder Europameister, von Startplatz grün!
 



#30

 
 
 
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