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  Scheeßel 01.09.13
 
Mal was Neues in Scheeßel!
01.09.13


Gerne fahren wir immer wieder nach Scheeßel. Hat doch die 1000 m Sandbahn ihren eigenen Charme. Mensch und Maschine am Limit. Klingelnde Ventile und Drehzahlbegrenzer im Grenzbereich. Das ist Langbahn pur! Aber wie lange noch? Dazu später noch eine Anmerkung.

Die Macher hatten sich im Vorwege Gedanken gemacht, was die Veranstaltung attraktiver machen könnte. So wurde die doch immer recht tiefe Bahn mit einer speziellen zusätzlichen Komponente aufgewertet. Ziel war es, das Geläuf fester zu bekommen. Was soll man sagen, der Weg scheint der richtige zu sein. Der Anfang ist getan und wird aller Voraussicht nach im nächsten Frühjahr weiter verfolgt werden. Es gelang eine perfekte Bahn herzurichten. Die Fahrer waren sehr zufrieden. Allerdings, wer den Strahl heute wieder abbekam, stand weiterhin im Dunkeln.

Die äußeren Bedingungen waren nahezu optimal, ein kleiner Regenschauer, ansonsten gutes Rennwetter, wenn auch schon herbstlich wegen des Windes.

Ein neuer Wettbewerb wurde auch ins Leben gerufen: der Knock-Out Cup.

Was ist das denn? Das ist schnell erklärt: Dragster-Rennen mit Langbahnbikes!

Im direkten Duell traten immer zwei Fahrer gegeneinander an. Stehender Start und dann ein Sprintrennen über 200 m. Der Sieger kommt eine Runde weiter. Kurz gesagt...das hatte was. Es ging Schlag auf Schlag. Rennen im Minutentakt. Auf jeden Fall kurzweiliger als der zuvor ausgetragene Bahnrekord. Man konnte immer gleich mitverfolgen, wer der schnellste war. Auch wenn es ein Duell gab, in dem beide Fahrer nur 1/100 Sekunde auseinander lagen. Eine gelungene Einstimmung auf den Renntag...

Alle acht Fahrer der I-Lizenz nahmen teil. Am Ende lag Matten Kröger vor Lokalmatador Keijo Bünning und steckte sich den Pokal in Form einer Boxerfaust ein...nicht das einzige, was Matten heute einsackte. Übrigens brauchte Matten im Finale für die 200 m nur 7,85 sec.

Weiter ging die Kröger Show im NBM-Lauf. Wieder als Blitzstarter vorne weg...unangefochten vor dem rasend schnellen Benny Hegener, der Katti nieder rang und auf den 3. Platz verwies. Pokal Nummer 2 ins Gepäck gelegt.

Und so ging es dann auch weiter, niemand kam an Matten ran. Er fuhr mit seinem Motor, der in Finnland überhaupt nicht funktionierte in jedem Lauf schneller und ließ der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance. Mister Maximum und Pokal Nr. 3. Der Catman, nur von Matten bezwungen, wurde 2. im Gesamtklassement vor Dirk Fabriek. Im abschließenden Finale fuhr Matten dann auch mit einem Schnitt von 127,6 km/h das schnellste Rennen. Ein Zeichen, dass die Bahn im Verlauf der Veranstaltung immer besser wurde.

Was Matten Kröger bei den I-Solisten gelang, schafften bei den Gespannen Markus Venus und Markus Heiß. Auch Maximum am Ende. Dahinter lag Altmeister Karl Keil mit Berit Tralau. Er wurde nur von Venus/Heiß bezwungen. Rang 3 ging an Dennis Noordmann und Patrick Kremer.

In der B-Lizenz Klasse gelang Andre Majewski als Debütant in Scheeßel der Sieg vor Mark Beishuizen und Jens Buchberger. Auch hier gab es sehenswerte Läufe mit einigen Überholmanövern. Ein anderer nahm Abschied...Sven Mannott verabschiedete sich auf seiner Heimbahn von seinen Fans und hängt den Stahlschuh an den berühmten Nagel...im gesetzten Alter von 25 Jahren...wird ja aber auch Zeit! ...war nicht ernst gemeint...alles Gute für den weiteren Lebensweg.

Alles in allem, klasse Rennen ohne Stürze in allen Klassen!

Auch der Ablauf passte heute. Die gesamte Veranstaltung war nach 3 Stunden beendet. Ein straffer Zeitplan und schnelle, wenn auch reichliche und erforderliche Bahndienste mit großem Geschirr ließen wenig Grund zur Klage. Auch das strikte Anwenden der 3 Minutenregel macht natürlich Druck. Haben wir auch schon anders gesehen. Gut gemacht MSC! So soll es sein...


Erstaunlich für den interessierten Betrachter war wieder einmal, wie sich die Fahrer untereinander mal mit dem ein oder anderen Teilchen aushelfen...verwundert sahen wir die 3. Maschine von Katti im Fahrerlager stehen. Sie sah aus als wäre sie zum Verkauf angeboten, fehlten doch so einige Teile an ihr. Das war aber nicht der Grund. Sie diente u.a. Marco Hundsrucker als Ersatzteillager. Marco fuhr mit Kattis Getriebe...half aber leider nichts, noch andere technische Probleme machten ihm den heutigen Tag echt schwer. Er hatte folglich heute nichts mit den Treppchenplätzen zu tun. Das ist doch erstaunlich...das macht auch diesen Bahnsport aus! Nach dem Rennen brachte Marco das Getriebe zurück und baute es wieder in die Maschine ein.


Am Rande war dann noch zu hören, dass der MSC Eichenring überlegt, die Bahn zu verkürzen. Das würde dann so aussehen wie in Mulmshorn. Die Kurven werde weite nach innen verlegt, so dass man so eine Auslaufzone schafft. Dies hätte dann den Vorteil, dass man sich die Kosten für den doch gigantischen Airfence, den man auf einer 1000m Bahn braucht, ersparen kann. Was zu hören war, ging auch in die Richtung, dass einige Fahrer in Scheeßel absagten, da sie nicht auf einer 1000m Bahn fahren wollten. Grund könnten natürlich die motormordenden Belastungen sein, die hier beherrscht werden müssen. Das darf man natürlich nicht außer Acht lassen. Aber das ist gerade der Reiz am Eichenring in Scheeßel. Nützt ja aber nichts, wenn man Probleme hat, überhaupt ein Fahrerfeld zusammen zu bekommen. Wäre aber wirklich schade.

Katti jedenfalls sprach sich weiterhin für eine 1000m Bahn aus, gehen uns doch bald die richtigen Langbahnen aus.

Motorschäden gab es heute auch nicht wirklich zu beklagen.


Was auch noch zu hören war ist die Tatsache, dass die neue Motorentechnik mit Titanteilen es in sich hat. Heute war insbesondere beim Knock-Out Cup so manch ein Drehzahlbegrenzer zu hören. Dieser wird zum Schutz der Motoren verwendet. Die Kunst ist es beim Start, bis an die Grenze des Einsetzens des Begrenzers heran zu kommen. Schlägt er an, geht Leistung verloren. Dreht man den Begrenzer höher, steigt die Gefahr eines Motorschadens. Gerade auf solch einer Bahn wie in Scheeßel ist aber Drehzahl gefragt, dass auch die erforderliche Kraftentfaltung einsetzt. Einige denken darüber nach, wieder mit altem Material zu fahren. Titan bringt nicht unbedingt mehr...siehe Erik Riss, der mit dem Material seines Vaters von vor drei Jahren fährt, ohne Titan...die Ergebnisse zeigen, dass es durchaus konkurrenzfähig ist!


Also, es war ein wieder mal sehr interessanter Nachmittag...Innovation und Tradition auf dem Eichenring, schade nur, dass nicht mehr Zuschauer da waren...


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